Wie die Ärzte Viagogo stoppen

Die Ärzte, ihres Zeichens die beste Bänd der Welt, stehen schelmisch Grinsend vor einer Anthrazitschwarzen Studiowand
Offizielles Pressebild die ärzte 2012. Fotocredit: Nela König

Einer musste es tun. Wer wenn nicht die “Beste Band der Welt” hätte die ominöse Ticketplattform stoppen können?

Seit Monaten sammelt Viagogo Negativschlagzeilen wie sonst nur der HSV. Doch auch selbst der Hamburger Sportverein ist betroffen. Horrende Preise, gefälschte Tickets und weiterverkaufte Karten sind nur die Spitze des Eisbergs. Den drei deutschen Punk-Giganten aus Berlin wollte das offenbar so gar nicht schmecken. Zwar sind ihre Karten bereits personalisiert und mit dem Hinweis versehen, dass der Preis bei einem Weiterverkauf um nicht mehr als 25% steigen darf. Den Londoner Ticket-Vermittler Viagogo interessierte das herzlich wenig. Bis jetzt.

Die Ärzte gegen Viagogo

Mithilfe der Kanzlei Schütz aus Karlsruhe und ihrem Tour-Manager Kiki Ressler konnten Bela Farin und Rod gestern vor dem Landgericht München I eine einstweilige Verfügung gegen Viagogo erwirken. Da diese auf ihrer Website irreführende Angaben zu den Tickets, darunter falsche Originalpreise, angegeben hatten. Das Urteil gibt Hoffnung. Seit Jahren schon steht Viagogo und das dahinterstehende Geschäftskonzept massiv in der Kritik. Lange Schlangen aus von Viagogo betrogenen Konzertgängern gehören mittlerweile fast schon zum Bild vor den größten Konzerthallen Deutschlands:

„Musikwoche“ zitiert den Konzertveranstalter Kiki Ressler: „Die Nachfrage nach Tickets für die kommende Tournee der Ärzte war sogar noch größer als erwartet. Wir haben allerdings Vorkehrungen zur Bekämpfung des Schwarzmarkthandels mit überteuerten Tickets getroffen, zum Beispiel die Personalisierung der Tickets und ein Weiterverkaufsverbot zu Aufpreisen von über 25 Prozent des auf der Karte aufgedruckten Preises.“
Natürlich gab es auch von anderen Künstlern bereits ähnliche Vorkehrungen, doch das Vorgehen der Ärzte gegen Viagogo bereits im Vorfeld der Tour, ist neu und ein gutes Zeichen. Dabei wäre es längst überfällig, der Plattform im allgemeinen und den Ticket-Abzockern im speziellen einen Riegel vorzuschieben. 
Es gibt eben nur einen Gott, nämlich BelaFarinRod, der nun endlich auch Viagogos kleine Sünden bestraft.

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