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Manksy über „Hänsel & Gretel“: Zwischen Indie-Pop und der Schattenseite von Social Media

Mit seiner neuen Single „Hänsel & Gretel“ widmet sich Manksy einem Thema, das aktueller kaum sein könnte: dem Einfluss sozialer Medien auf unser Leben. Inspiriert vom berühmten Märchen der Gebrüder Grimm erzählt der Song von digitalen Verlockungen, Selbstzweifeln und der Herausforderung, in einer Welt voller Likes und Aufmerksamkeit die Balance zu bewahren.

Dabei verbindet Manksy eingängige Melodien mit einer Botschaft, die zum Nachdenken anregt – ohne belehrend zu wirken. Bereits mit seiner Single „Blumen“ zeigte er, dass Musik mehr sein kann als Unterhaltung und gesellschaftliche Themen auf besondere Weise greifbar machen kann.

Wir haben mit Manksy über die Entstehung von „Hänsel & Gretel“, die Chancen und Risiken von Social Media, die Verantwortung von Künstlern und seine kommenden Musikprojekte gesprochen.

Interview mit Manksy

1. KIB: Nach „Blumen“ geht es in deinem neuen Song um Social Media und mentale Gesundheit. Wie ist die Idee zu „Hänsel & Gretel“ entstanden – und warum hast du gerade dieses Märchen als Bild dafür gewählt?

Manksy: Ich wollte einen Song über Social Media und seine Gefahren schreiben. Die Idee entstand, als ich im Adventskalender ein Lebkuchengewürz namens „Hänsel“ geschenkt bekam. Da kam mir der Gedanke, Social Media mit der Geschichte von Hänsel & Gretel zu verknüpfen. Ich finde es spannender, mit Bildern und Metaphern zu arbeiten, als nur den moralischen Zeigefinger zu erheben.

2. KIB: Du bist noch in einer Zeit ohne TikTok und Dauer-Scrolling aufgewachsen. Wie blickst du heute auf diesen Unterschied – und war manches früher vielleicht leichter?

Manksy: Ja, ich würde meine Kindheit nicht hergeben wollen. Ohne Smartphone und Social Media war vieles entspannter. Aber jede Generation lebt in ihrer Zeit und kann das Beste daraus machen.

3. KIB: Was findest du trotz aller Kritik trotzdem gut an Social Media?

Manksy: Social Media kann sehr hilfreich sein. Kürzlich in London hat mich Instagram auf ein spontanes Konzert einer Lieblingsmusikerin und auf ein neues Banksy-Kunstwerk aufmerksam gemacht. Man kann sich gezielt über Dinge informieren, die einen wirklich interessieren.

4. KIB: Der Song klingt eingängig und leicht, gleichzeitig steckt viel Bedeutung im Text. Wie findest du beim Songwriting die Balance zwischen Gefühl, Melodie und Botschaft?

Manksy: Am Anfang steht immer eine Idee oder Inspiration. Danach schreibe ich den Text, ohne jemandem etwas vorschreiben zu wollen. Jeder soll für sich mitnehmen können, was passt. Die Musik entsteht zum Schluss. Sie soll eingängig sein und auch unabhängig von der Botschaft funktionieren.

5. KIB: Gab es musikalische oder persönliche Einflüsse, die „Hänsel & Gretel“ geprägt haben?

Manksy: Mir war schnell klar, dass der Song rockig und eingängig werden soll. Wahrscheinlich haben Bands wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte dabei unbewusst Einfluss genommen – mit ihrer Musik bin ich aufgewachsen.

6. KIB: Viele Künstler vermeiden gesellschaftliche Themen aus Angst vor Diskussionen. Warum gehst du bewusst einen anderen Weg?

Manksy: Mir fällt es leichter, über relevante Themen zu schreiben. Mit dem Projekt manksy möchten wir bewusst Themen aufgreifen, die gesellschaftlich wichtig sind. Deshalb arbeiten wir auch mit gemeinnützigen Organisationen zusammen, etwa im Bereich Social-Media-Prävention und Medienkompetenz. Auf dem Album wird es aber auch Songs ohne Botschaft geben, die einfach ein Lebensgefühl oder eine Stimmung transportieren. Nicht jeder Song muss eine Botschaft haben.

7. KIB: Wann merkst du, dass ein Song Menschen wirklich erreicht hat?

Manksy: Entweder wenn Menschen sich vom Text angesprochen fühlen und vielleicht sogar ihr Denken oder Verhalten hinterfragen. Oder wenn sie einfach Freude am Song haben, mitsingen, tanzen oder gute Laune bekommen.

8. KIB: Was bedeutet Erfolg für dich heute eigentlich – Streams, Reichweite oder eher etwas ganz anderes?

Manksy: Natürlich möchte ich möglichst viele Menschen erreichen. Doch bei rund 100.000 neuen Songs pro Tag ist es nicht einfach, gehört zu werden. Man kann aber auch im Kleinen etwas bewegen. Wir sind kein kommerzielles Projekt. Ich schreibe Songs aus Freude an der Musik und möchte sie einfach mit anderen teilen.

9. KIB: Wenn du dir wünschen könntest, dass Menschen nach dem Hören von „Hänsel & Gretel“ eine Sache verändern – welche wäre das?

Manksy: Ich wünsche mir einen bewussteren Umgang mit Social Media. Vielleicht einfach mal ein paar Tage Digital Detox ausprobieren und die Zeit für echte Begegnungen, Aktivitäten im Freien oder ein neues Hobby nutzen.

10. KIB: Und zum Schluss natürlich noch: Woran arbeitest du gerade – und dürfen wir uns bald auf neue Musik von manksy freuen?

manksy: Anfang Juli erscheint ein Sommerhit – natürlich mit etwas Ironie und einem Augenzwinkern in Richtung Klimasituation. Kurz darauf folgt die EP „Neuland“ mit insgesamt acht Songs.

Hier gehts zum Song auf Spotify

Mehr über Manksy erfährst du in unserem Beitrag zu seiner Single „Blumen“.

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