Jesper Munk: Die Musik ist in meinem Leben allgegenwärtig.

Jesper Munik im kulturIMBLOG Interview.

Foto: Puria Safary

Jesper sprach mit uns über Inspiration, seine Entwicklung als Musiker und das Tollwood Festival.

Jesper Munk kommt aus München und spielt eine moderne Mischung aus Blues, Soul und Rock. Nach seinem umjubelten Debüt „For in My Way It Lies“ überzeugt der junge Musiker auch mit seinem Zweitwerk „Claim“, das im Frühjahr 2015 erschien und zusammen mit Jon Spencer, Mocky und Sepalot u.a. in Los Angeles und New York produziert wurde.

KIB: Woher nimmst du deine Ideen und was inspiriert dich für deine Musik?

Jesper: Die Musik ist in meinem Leben allgegenwärtig. Egal wo wohin ich gehe oder was ich mache, alle diese Erlebnisse sind Inspirationsquellen für meine Musik und werden zu einem Teil meines musikalischen Ausdrucks. Emotionen sind natürlich ein Thema, das ich besonders oft aufgreife und da ich mit meinen läppischen 23 Jahren durch das Leben schreite, drehen sich diese emotionalen Themen sehr oft um Beziehungen und den Umgang mit Menschen.

KIB: Dein aktuelles Album „Claim“ wurde vor gut einem Jahr veröffentlicht und Dein Konzertkalender ist voll. Wann kommt in so einer Phase der Moment, indem man zu sich sagt, ich möchte neue Songs schreiben?

Jesper: Ich nehme an, dass das bei jedem Musiker anders ist. In meinem Fall ist es so, dass ich nicht wirklich aufhören kann zu schreiben, außer ich habe eine Schreibblockade. In so einer Zeit geht es mir dann auch nicht so gut, weil das Schreiben einen wichtigen Teil meiner Selbstreflexion darstellt. Ohne die Fähigkeit sich selbst zu reflektieren, ist es bekanntlich ein bisschen schwieriger mit sich selbst klar zu kommen.

KIB: Ein voller Konzertkalender hindert Dich also nicht daran Musik zu schreiben?

Jesper: Ich finde, dass Tom Waits mal etwas sehr schönes und meiner Meinung nach passendes dazu gesagt hat: „Songwriting is like fishing, it has to be real quiet to catch the big ones.“ Und ich glaube, dass es da nicht um die äußere Lautstärke und die Lautstärke deines Umfelds geht, sondern, dass du einfach irgendwie versuchen musst in dir selbst die Ruhe zu finden, um Songs schreiben zu können. Andererseits ist es manchmal nicht ganz einfach den Ruhemodus zu wechseln, wenn man viel zu tun hat. Sich da abzukapseln, zu entschleunigen, zurückzuziehen und Lyrics zu schreiben finde ich in diesem Kontext schwierig. Aber dafür gibt es auf Tour genügend Busfahrten und kleine Ruhephasen.

KIB: Ist denn ein neues Album schon in Arbeit?

Jesper: In meinem Kopf schon. Ich sammle gerade Songs, Gefühle und Eindrücke für das Gesamtbild des Albums. Es ist noch nicht ganz vollständig, auch in meinem Kopf noch nicht.

KIB: Bei „Claim“ hast Du mit Jon Spencer, Mocky und Sepalot gearbeitet. Gibt es schon Pläne, mit wem Du das neue Album aufnehmen wirst?

Jesper: Es ist tatsächlich so, dass ich im Februar nochmal bei Mocky in LA war. Ich habe ihn nochmal besucht, weil ich das Gefühl hatte, dass ich da noch nicht fertig bin und, dass ich auch das letzte Mal, als ich da war einfach zu jung, zu aufgeregt und zu überwältigt war, um die richtigen Lehren daraus zu ziehen. Deswegen bin ich nochmal hingeflogen und es hat sich herausgestellt, dass dieser großartige Mensch einen riesen Einfluss ausüben konnte. Ansonsten würde ich mit sehr vielen Menschen gerne zusammenarbeiten, einfach nur um es auszuprobieren. Man weiß ja nie, wer dann am Ende der optimale Partner in Crime ist, wenn es um eine Produktion geht.

KIB: Auf dem Tollwood Sommerfestival gestaltest Du den Abend im großen Musik Zelt zusammen mit dem amerikanischen Rock- und Bluesgitarristen Warren Haynes. Kannst Du Dich an ein Tollwood Konzert erinnern, dass Du als Besucher erlebt hast?

Jesper: Ja klar, das erste Tollwood Konzert, dass ich mitbekommen habe, hat mein Vater mit seiner Band gespielt.

KIB: Was dürfen die Besucher von deinem Konzert auf dem Tollwood Sommerfestival erwarten?

Jesper: Ich befinde mich gerade in einer Phase, in der sich mein Sound ändert. Ich habe ja noch nie wirklich traditionellen Blues gespielt, vielleicht war es eher ein moderner aber traditionell beeinflusster Blues-Rock. Auch in der Hinsicht wird es vielleicht ein bisschen ruhiger werden. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich das Tollwood-Set gestalten werde. Ich kann mein Set aktuell sehr flexibel gestalten und werde mit Sicherheit ein paar neue Nummern einbauen.

Weitere Infos zu Jesper Munk findet Ihr unter jespermunk.de/

2 Kommentare

  1. […] Der Mythos des musikalischen Genies lebt – genauso wie der Geist des Blues. Wir begegnen ihm in der Gestalt eines gut aussehenden jungen Mannes, der mit einer großen Stimme gesegnet ist. Jesper Munk ist gleichermaßen begabt wie vom bedingungslosen Streben nach Perfektion und von Selbstzweifeln gequält. Jesper Munk lebt nur für die Musik und der Weg zu seiner neuen Platte ist kein einfacher. Über ein Jahr lang begleitet Lukas von Stein den jungen Münchner durch alle Hoch und Tiefs seines Musikerlebens. Das intensive Porträt eines Besessenen zwischen der Intimität im Studio und der Performance auf der großen Bühne. „It’s not getting easier“, erkennt er in einem seiner neuen Songs, „Slow down for me“ bittet er in einem anderen. Interessant für Jesper Munk Fans ist auch unser Interview. […]

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