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Dives mit neuer Single – und Videospiel

Dives
Foto: Martina Lajczak
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„Er hat es nicht so gemeint.“ – Mit diesem Ohrwurm von einem Satz aus dem Leben meldet sich das Wiener Trio „Dives“ nach ihrem Debütalbum „Teenage Years Are Over“ zurück. Ihr erstes Album wanderte durch zahlreiche Feuilletons und Jahresbestenlisten. Der neue Song „Burger“ erscheint am 06. Mai 2021 und dreht sich um den Satz „Can you really eat a whole burger?“ So gefallen ist der Satz in einer realen Situation im Band-Umfeld beim ersten Date: Eine vermeintlich charmante Frage, die in ihrer Unbedarftheit doch Vieles über Körpernormen, Vorurteile und Sexismus in so manchen Köpfen aussagt. „Why are you so tense- can’t you take a compliment?“ – Die obligatorisch darauf folgende Beschwichtigungsformel liefern „Dives“ gleich mit und bauen daraus ein Break, das die Vorfreude auf Live-Konzerte noch mehr befeuert: „He doesn’t mean it that way!“

„Burger“ ist jedoch mehr als nur eine Single. „Burger“ ist auch als einzigartiges Projekt als Ansage gegen die, noch immer vorherrschende, Gender-Gap in den multimedialen Künsten zu verstehen: Die Single wird neben einem, von der 3D-Animationskünstlerin Sarah Kreuz realisierten, Video auch von einem Game im 80ies-Style begleitet, das online spielbar sein wird. Entwickelt hat dieses Game Kinaya Studios, ein junges, ausschließlich weibliches Programmiererinnen-Kollektiv, das letztes Jahr den Games Award gewonnen hat. In dem Spiel folgen wir einem sprechenden Burger durch diverse Stationen des, im Song behandelten, Alltagssexismus. Dazu erklingt als eigenes Sound-Design zum 80er-Jahre Games-Stil ein spezieller 8-bit-Remix der Single.

„Dives“-Songs haben Haltung. Das ist nicht erst seit ihrem erleichterten Ausruf „Teenage Years Are OVer“ in Albumtitelform klar, in dem sich Garagenrock und Surfpop, Breeders-Harmoniegesänge und Indie mit 90er-Schlagseite zu dem großen Kunststück der Band zusammenfügte, das den Fall des Patriarchats mit Augenzwingern einläutete. Bereits als das Trio „Dives“ vor vier Jahren mit der Debütsingle „Shrimp“ als frische Brise auf’s österreichische Indie-Pop-Parkett fegte, fühlte sich das an, als wäre Alles an seinem Platz: Eine prominente Bassline, ,ein genau richtig rumpelnd3es Schlagzeug, dazu Surfgitarre und der Tanz von zwei Stimmen, die einander umspielen und ergänzen: Ein Song wie ein Sommertag, spontan und intensiv, leicht wehmütig und einen Tick zu kurz. Der Song legte den Grundstein für ein Füllhorn an weiteren guten Liedern, die Tamara Leichtfried, Viktoria Kirner, und Dora de Goederen noch schreiben würden. Lieder von Freundschaften und Sehnsüchten, von Selfcare, allen voran aber von Zusammenhalt gegen die Kälte von außen.

Mit „Burger“ wappnet ich das Trio einmal mehr gegen diese Kälte von außen und bestärkt von innen. Denn das Ende von Unsicherheiten, Pickeln und Teenage Angst aus dem Albumtitel geht auch mit den diversen Verantwortungen des Erwachsenseins einher – und dies ist möglicherweise die schlechte Nachricht für jene, die immer noch glauben, dass ihr (wenngleich naiver) Alltagssexismus als Kompliment zu gelten hat.

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