A göttliche Mordsgaudi

Weltliteratur in bairischer Sprache

Foto: Arbeitstitel at

Metzeln auf Mundart

Erst 2006 uraufgeführt, ist „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza nicht erst seit der Hollywoodverfilmung u.a. mit Christoph Waltz eines der erfolgreichsten Theaterstücke der letzten Jahre. Was die Schauspieler der Münchner Wirtshausmannschaft unter der Produktion von Arbeitstitel.at nun auf die Bühne brachten war so noch nicht da: Eine Inszenierung des Kammerspiels komplett in bairischer Sprache. Zur Handlung: Zwei Ehepaare Treffen sich, weil deren Kinder einen handfesten Streit hatten, doch statt Paris eben nun am Pariser Platz, Verklaghafal statt Petzen, Schickeria statt Bourgeoisie.

Und während die Eheleute Rey in ihrer Wohnung mit den Hubers alles diskutieren von Clafoutis bis Kindserziehung, rollt die Sprache nur so dahin ohne dabei auch nur eine Sekunde aufgesetzt zu wirken. Das durchaus üppige Schimpfwortarsenal im Bairischen kommt dem Stück dabei genauso zu Gute wie die Spielfreude der vier Darsteller. Die schnellen Dialoge meistern sie ebenso gekonnt wie die peinliche Stille dazwischen, lassen ihre gut bürgerliche Fassade bröckeln, ohne die Sympathie der Zuschauer zu verlieren, bis das Feuerwerk der Gefühle verbrannte Erde hinterlässt.
„Der Gott des Gemetzels in bairischer Sprache“ ist mehr als die Summe seiner Teile, nicht nur ein Theatertext mit Dialekt, sondern viel mehr eine sehr kurzweilige, liebevolle Neuinterpretation, angesiedelt in unserer Landeshauptstadt. Einfach a göttliche Mordsgaudi.

Weitere Termine und Spielorte:
02. März in Trostberg
29.März in Oberstdorf
12. April in Ebersberg
13. April im Schloss Nymphenburg
30. Juni in Fürstenfeldbruck
16. Juli in Moosach
11. Oktober in Puchheim

Produktion: Arbeitstitel at
Mit: Cornelia von Fürstenberg, Sebastian Edtbauer, Ina Meling, Matthias Ransberger
Übersetzung: Sebastian Edtbauer
Regie: Johannes Rieder

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