
Jazz ist nicht nur Musik, sondern seit Jahrzehnten auch ein Impulsgeber für Fotografie, Malerei, Typografie und Installation. Genau daran setzt die Ausstellung „United by Jazz – Was Kunst und Jazz verbindet“ in der Pasinger Fabrik an. Vom 17. April bis 12. Juli 2026 entsteht dort ein interdisziplinärer Raum, in dem bildende Kunst und Jazz nicht nebeneinanderstehen, sondern direkt miteinander in Beziehung treten.
Die Schau zeigt Werke zahlreicher Fotograf:innen und Künstler:innen und macht erfahrbar, wie stark Jazz bis heute in andere Kunstformen hineinwirkt. Fotografie, Klang, künstlerische und typografische Formate, Objekt und Installation werden dabei bewusst miteinander vermischt. Dadurch entsteht keine klassische Ausstellung mit reinem Blick auf Einzelwerke, sondern ein sinnlicher Parcours durch Bilder, Klänge und Assoziationen.
Spannend ist vor allem, dass „United by Jazz“ nicht nur die internationale Verbindung von Kunst und Jazz aufgreift, sondern auch einen klaren München-Bezug herstellt. Eine eigene Sektion widmet sich Jazzorten und Jazzlabels der Stadt, dazu bringen Hörstationen die Ausstellung zusätzlich zum Klingen. So wird der Besuch nicht nur visuell, sondern auch atmosphärisch erlebbar. Gerade das macht die Ausstellung für München besonders interessant: Sie verbindet ein großes kulturgeschichtliches Thema mit der lokalen Szene.
Auch inhaltlich ist die Ausstellung stark aufgestellt. Die Pressemitteilung erinnert daran, wie eng Jazz und moderne Kunst historisch miteinander verflochten sind – von Jackson Pollock über K. R. H. Sonderborg bis zu Andy Warhol. „United by Jazz“ schlägt von dort die Brücke in die Gegenwart und fragt, warum gerade diese Musik bis heute so viele Künstler:innen inspiriert. Das ist nicht akademisch trocken gedacht, sondern als offener Erfahrungsraum, in dem sich Freiheit, Improvisation und künstlerische Energie beinahe körperlich nachvollziehen lassen.
Parallel zur Ausstellung läuft in der Pasinger Fabrik eine Konzertreihe, die das Thema weiterführt. Auf dem Programm stehen unter anderem Chris Gall und Peter Gall, das Eva Moreno Trio, Sinfonia de Carnaval, Mulo Francel & Tim Collins, Simon Popp meets Anna Martens, REN/NER und Svetlana Marinchenko, das Erik Leuthäuser Quartett sowie Stefanie Boltz & Nenad Uskokovic. Damit wird aus dem Ausstellungsbesuch mehr als ein einzelner Kulturtermin: eher eine Einladung, Jazz in München aus unterschiedlichen Perspektiven zu erleben.
Die Ausstellung wurde von Stefan-Maria Mittendorf konzipiert und gemeinsam mit Annette Hempfling kuratiert. Die Vernissage findet am Freitag, 17. April 2026, um 18 Uhr statt. Geöffnet ist die Ausstellung Dienstag bis Samstag von 15 bis 19 Uhr und Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Wer Lust auf eine ART-Empfehlung hat, die Musik, Bildsprache und Münchner Kulturgeschichte zusammenführt, sollte sich „United by Jazz“ vormerken.
Tickets und weitere Infos findet Ihr hier.


