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Der 22. Bayerische Kabarettpreis

Am 29. Oktober 2020 wurde der 22. Bayerische Kabarettpreis mit Django Asül als Gastgeber im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt. Der Preis wird von jährlich, gegliedert in vier Kategorien, gemeinsam vom Bayerischen Rundfunk und dem Münchner Lustspielhaus vergeben und soll Kabarett als unentbehrlichen Spiegel unserer Gesellschaft würdigen. Je ein Kabarett-Künstler wird Jahr für Jahr durch einen Ehren-, Haupt-, Musik- oder Senkrechtstarter-Preis geehrt. In diesem Jahr können sich Maren Kroymann, Max Uthoff, Sebastian Krämer und Tahnee über die Auszeichnungen freuen.

Max Uthoff | Foto: Michael Neumeister

Der Hauptpreis wurde Max Uthoff von Laudatorin Lisa Politt, der ersten weiblichen Gewinnerin des Deutschen Kabarettpreises, überreicht. Max Uthoff wird gerne als der „Professor“ unter den Kabarettisten bezeichnet. Das kommt nicht von ungefähr: Mit politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen, die er kompliziert gegliedert in atemberaubender Geschwindigkeit abarbeitet, wird der Zuhörer mitgerissen und ist stets gefordert, selbst mitzudenken. Der 53-Jährige begeistert mit seinen eigenen Interpretationen des Weltwahnsinns, verpackt in rasend schnelle Gedankengänge.

Tahnee | Foto: Guido Schröder

Senkrechtstarter-Preisträgerin Tahnee hat mit ihren 28 Jahren bereits geschafft, wozu Andere Jahrzehnte brauchen. Der Bayerische Kabarettpreis wurde ihr überreicht von Sebastian Pufpaff, der selbst schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Tahnee schafft in ihren stets politischen und humoristischen Programmen innerhalb weniger Sekunden Persönlichkeiten auf der Bühne, deren komplettes Wesen man nach ein paar Sätzen zu durchschauen meint. Ihre Parodien mit Grimassen, Stimmverzerrungen, Dialekten und Akzenten, kombiniert mit Tahees energetischer und hemmungsloser Art, begeistern jedes Publikum.

Maren Kroymann | Foto: Mirjam Knickriem

Der Ehrenpreis durfte Laudator Walter Sittler an Maren Kroymann übergeben. Seit Jahrzehnten spricht die 70-Jährige auf Bühnen und im Fernsehen über frauenemanzipatorische Themen und parodiert Alles von Brigitte Macron, über schwäbische Sekretärinnen, bis hin zu Claudia Schiffer. Doch genau so, wie Maren Kroymann ihre Zuschauer zum lachen bringet, macht sie auch auf Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam. Gekonnt deckt sie Rassismus, strukturellen Frauenhass, überholte Rollenbilder und weitere Diskriminierungen auf.

Sebastian Krämer | Foto: Gerald von Foris

Piet Klocke als Laudator durfte Sebastian Krämer den diesjährigen Musikpreis übergeben. Die Lieder des 44-Jährigen lassen am Anfang meist wenig erahnen, worauf sie am Ende hinauslaufen. Er besingt rhythmisch und sprachlich präzise ganz alltägliche Dinge wie Busfahrer, kleine Katzen und Deutschlehrer. Seine Lieder bringen Zuhörer dazu, lauthals zu lachen und mit Erleichterung festzustellen, dass es noch mehr Menschen gibt, die mit den Absurditäten des Alltags überfordert sind.

Für Alle, die die Verleihung verpasst haben, gibt es die Wiederholung in der BR-Mediathek.

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